Noch mehr Nostalgie
Geschrieben am 14-02-2026 - ⧖ 5 minDiesmal die Betriebssysteme, die ich schon genutzt habe.. oder gezwungen war zu
nutzen ^^. Beim Durchsehen einiger Screenshots und Chatlogs kamen Erinnerungen
hoch. Ich bin Baujahr 1974 und angefangen hat damals alles mit einem
TI-99/4A den ich von
meinem Bruder bekommen habe (er hat sich einen anderen gekauft) und ja; den
habe ich immer noch. Das war Anfang/Mitte der 80ger; also so 85 glaub ich.
Damit gemacht habe ich kaum was, weil in dem Alter war es mehr ein planloses
Rumspielen. Der Vorteil von dem Teil war auch zugleich der größte Nachteil: Der
Grafikchip; der hatte nämlich einen. Und das bei 16 KB RAM und einem 16-Bit -
Datenbus. Der war nämlich lahm.. und zwar wirklich lahm. Außerdem musste man den
an einen Fernseher oder Monitor anschließen und da ging es schon los. Monitor
hatte ich keinen und den Fernseher durfte ich nur selten nutzen.
In der Hauptschule hatten wir dann im Nachmittagsunterricht das Fach
Informatik; mit "System 6" von Apple. Unsere Lehrer hatten damals keine Ahnung
von den Teilen, da sie selbst keinen hatten. Wir hingegen waren neugierig und
haben festgestellt das man die Kisten miteinander verbinden und dann
untereinander chatten konnte. Das war allerdings auch nicht so einfach und man
musste erst die Treiber für die NICs installieren und wenn das geschafft war,
einen TCP/IP-Stack installieren. Danach konnte man über das Chatprogramm von
Apple chatten und somit war meine Neugier geweckt. Nach einigen Ferienjobs hab
ich mir dann meinen ersten "richtigen" PC gekauft, wobei mein Dad damals mit
dazu gezahlt hat. Ich weiß noch das es ein 386DX-33 mit 4MB RAM war, aber mehr
auch nicht. Darauf lief Windows 2.11 und MS-DOS irgendwas. War die erste Zeit
wie der heilige Gral, weil neu und bunt und rumklicken, aber das hielt nicht
lange an, denn dann hab ich von meinem Nachbarn mein erstes Unix bekommen. SVR4
auf 5.25" Floppys (insg. 10 Stück an der Zahl) und als es dann endlich lief,
musste ich erstmal komplett umdenken und alles neu lernen. MS-DOS oder Apple
hatte damals weder Runlevel, noch Sockets, geschweige denn Daemons; vom komplett
anderem Dateisystem und Verzeichnisstruktur mal abgesehen.
Windows bzw. MS-DOS war für mich dann komplett abgehakt, als ich das erste mal
auf einer SPARCstation arbeiten durfte (also unter einem eigens eingerichtetem
Useraccount rumspielen); das war in der Firma meines Nachbarn und
selbstverständlich wollte ich mir so eine kaufen. Den Gedanken hab ich mir dann
aber schnell aus dem Kopf geschlagen, denn der Preis lag damals bei ~10.000 DM.
Also musste was ähnliches her. Da gabs nur mehrere Probleme. Zum einen waren
Heimcomputer damals eine Seltenheit und die Software dazu noch seltener. Mal
schnell ins Internet gehen konnte man auch vergessen. Das war zwar prinzipiell
möglich und das habe ich auch gemacht, aber das war teuer. Sehr teuer. Ich hab
mir dann als nächsten PC einen Laptop gekauft. Einen Toshiba Modell schwer und
teuer. Aber er hatte ein eingebautes Modem und ich hatte ein dazu passendes
Netzwerkkabel und Krokodilklemmen und da es überall Rohbaustellen gab, an denen
die Post schon die Leitungen hingelegt hatte, war das mit den Internetkosten
auch kein Problem mehr.
Da habe ich dann Stunden im Usenet verbracht, da HTTP nicht wirklich verbreitet
war. Dort bin ich dann auf X11 aufmerksam geworden (R3 glaube ich), welches ich
mir dann via UUCP heruntergeladen und anschließend installiert habe. SVR4 wurde
dann durch NetBSD ersetzt, welches ich kurz darauf gegen Slackware getauscht
habe. Das war mein erster Kontakt mit Linux, wobei Slackware damals ziemlich
kompliziert zu bedienen war. Ein Paketmanager war zwar vorhanden, aber der hat
nur das Paket installiert, das man installieren wollte und keine Abhängigkeiten
auflöste. Am Anfang nutzte ich Debian bis ich auf NetBSD gekommen bin; da kannte
ich mich aus, da ich von SVR4 kam und somit lief das einige Jahre. Während
meiner Zeit bei der Bundeswehr lief dann Windows 95, da wir sehr häufig
Wolfenstein 3D, Doom, System Shock, Duke Nukem, TC Rainbow Six, .. gezockt
haben. Das ganze auf einem P5 mit 16M RAM und 2,1G HD mit einem 15" und 800x600
Auflösung. Ich war damals froh als die PS1 rauskam und wir darauf zocken
konnten.
Noch während meiner Zeit bei der Bundeswehr habe ich dann OpenBSD installiert
und war glücklich und zufrieden. Es hatte ein Paketmanagementsystem das die
Abhängigkeiten auflöste, wenig Hardwareanforderungen stellte, einfach zu
installieren war und stabil lief. OpenBSD war dann mein Hauptbetriebssystem
für lange Jahre bis ich als freiberuflicher IT-Consultant arbeitet und
gezwungenermaßen wieder Linux installieren musste (die meisten Server meiner
Kunden liefen nunmal unter Linux). Ich bildete mir dann ein, das ich auf Linux
umsteigen muss und hab dann einigeetliche Distributionen ausprobiert. Debian
lief aus der Notwendigkeit heraus, aber damit warm geworden bin ich nie
wirklich. Gentoo war auch mal einige Zeit Gast auf meiner Workstation, aber da
gab es keine kompilierten Pakete. Als ich vorhin mal ein grep(1) auf mein
Blogarchiv losgelassen habe, kamen folgende Linux-/Unix - Distributionen zum
Vorschein, die ich alle schonmal genutzt habe. Rock
Linux, Corel, DLD, CRUX, SuSe, Red Hat Linux,
Fedora, CentOS, Mandriva, LFS, Void Linux, Arch Linux, Artix, Pitbull
LX, BeOS, SunOS/Solaris, AIX, IRIX,
HP-UX, Ultrix, Novell Netware und Risc OS. Wirklich warm geworden bin ich
ehrlich gesagt nur mit Arch Linux, wobei das wegen systemd geflogen ist. Artix
erfüllt seinen Zweck und das nutze ich auch sehr gerne, nur komme ich immer
wieder zu OpenBSD zurück.
Ich habe Gott sei Dank das Glück, das ich installieren kann was ich will und nicht auf andere Rücksicht nehmen muss, denn letztendlich ist sowieso alles das Gleiche.